Im Herzen von Kaposvar, direkt in der historischen Innenstadt steht dasDorottya-Hotel, das nach der Heroine des lustigen Epos von Csokonai benannt wurde. Früher schien es zu Fuß ein bisschen weit von dem Bahnhof zu liegen, heutzutage können aber die Gäste des Hotels ausschließlich die Vorteile seiner Lage genießen.
Das Hotel wurde ursprünglich unter dem Namen Hotel Turul betrieben. Das erste nationale Zeichen des Ungarntums, die Fahne mit Turulvogel kam anlässlich des tausendjährigen Millenniums des Bestehens des Landes wieder in den Vordergrund, so konnte es auch an die Eckfassade des damals gebauten Hotels kommen. In der Reihe der ungarischen Elemente der Sezession erscheint das Turulvogel mit ausgebreiteten Flügeln, als der erhabene Herr der Luft, zugleich das die Dimensionen Erde und Himmel zusammenbindende mythische Tier.
Das das Stadtbild bis heute stark prägende Gebäude ist fast eine Lobeserhebung der Sezession. Das Gebäude verdankt die Verzierung dem Kunststein-Steinmetzmeister Borovitz Imre, von denen die Fachkundigen die über dem Dachgeschoss dargestellten Frauenköpfe hervorheben, als die schönsten in der Stadt.Die charakteristischen, biegsamen Linien, Ranken, Blumen der Sezession dringen das Äußere aber auch das Innere des Hauses durch, sie lassen keinen Zweifel über die Stiltreueaufkommen.
„Das Hotel und das Kaffeehaus war der beliebte Treffpunkt der reicheren Bürger- und Großgrundbesitzerschicht zu den Friedenzeiten. Im Erdgeschoss gab es Kaffeehaus, Billardsaal, im Keller ein Restaurant. Der ständige Gast des Kaffeehauses war Rippl-Rónai József, der auch eine Ausstellung hier veranstaltete. Sein jüngerer Bruder, Rippl-Rónai Ödön reservierte im Restaurant des Hotels Turul einen Tisch für Künstler. Zum angenehmen und niveauvollen Aufenthalt trug auch bei, dass es im Kaffeehaus täglich zwanzig-dreißig heimische und ausländische Zeitungen gab, die auf einem besonderen Zeitungshalter zu lesen waren.“ – schrieb BernáthAurél in seinem Band So lebte man in Pannonien.
MÓRICZ ZSIGMOND; RIPPL-RÓNAI JOZSEF
Neben Rippl-Rónai waren zahlreiche andere bekannte Personen hier zu Gast, unter anderem MóriczZsigmond, Kodály Zoltán, Áprily Lajos, Kassák Lajos, Szabó Lőrinc, TamásiÁron und mehrmals unterhielt der weltberühmte Zigeunermusiker der KaposvarerSzimpliciusz (unter Originalname Barcza Jozsef) die Gäste.
Der Ausbruch des II. Weltkrieges formte das Leben auch im Hotel völlig um. Das kulturelle Prickeln hörte auf, das früher rege Leben im Kaffeehaus war kaum vorhanden. Nach dem Weltkrieg hatte das Hotel den Namen Hotel Beke (Frieden) und zu diesen Zeiten gab es anstatt der Turul-Statue einen großen roten Stern unter den Ornamenten, sowie der allgemeine Zustand des Hotels, bzw. das Niveau der Dienstleistungen verschlechterte sich unwürdig.
Heutzutage hat das Hotel den Namen Hotel Dorottya aus dem lustigen Epos von CsokonaiVitéz Mihály, dessen einzigartiger Spiegelsaal für 400 Personen stilgemäß der Schauplatz der seit 1960 veranstalteten Dorottya-Bälle ist. Seit dem Weltkrieg wurde es mehrmals renoviert, aber eine richtige Modernisierung und Wertbewahrung, bzw. die Wiederherstellung eines des Ursprünglichen würdigen Niveaus erfolgte ausschließlich bei der neuesten Renovierung, im Jahre 2011.
Man kann über das Gebäude und die Geschichte des Hotels auf Homepage der BibliothekTakács Gyula in der virtuellen Vorführung mit dem Titel Die Sezession in Kaposvar lesen.
- H. Molnar Katalin: Die Sezession in Kaposvar(8. Oktober 2021)
- Frühere und heutige Bilder über das Hotel sind auf der Sezession-Karte von Kaposvar hier zu finden:
H. Molnar Katalin, Balint Imre: Die Sezessionsgebäude von Kaposvar (8. Oktober 2021)